Wallguards of the East Empire – Kampf um Konstantinopel
Die Geschichte beginnt mit einem Verrat. Weihnachten 820 wird der byzantinische Kaiser Leo V. während eines Gottesdienstes in Konstantinopel ermordet. Hinter dem Anschlag stehen Anhänger seines ehemaligen Weggefährten Michael, der kurz darauf als Michael II. selbst den Kaiserthron besteigt.
Doch nicht alle sind bereit, den neuen Herrscher anzuerkennen. Thomas der Slawe, ein einflussreicher Heerführer und ebenfalls ehemaliger Weggefährte Leos, erhebt sich gegen Michael. Innerhalb kurzer Zeit bringt er große Teile Kleinasiens hinter sich, lässt sich selbst zum Kaiser krönen und zieht schließlich mit einem gewaltigen Heer und einer Flotte gegen Konstantinopel.
821 steht Thomas vor den Mauern der Hauptstadt, und die Belagerung Konstantinopels beginnt. Und damit befinden wir uns mitten im Setting von Wallguards of the East Empire.
Geschichte als Spielwiese
Eine historische Simulation der Belagerung sollten wir allerdings nicht erwarten. Die Geschichte liefert vielmehr die Bühne für das, wofür Garphill Games bekannt ist: historisch eingebettete Eurogames mit clever verzahnten Mechanismen, bei denen bekannte spielerische Ideen gerne einmal etwas anders gedacht werden.
Dafür steht auch ein eingespieltes Team. Wallguards stammt von Shem Phillips und S J Macdonald, die gemeinsam bereits die West Kingdom- und South Tigris-Trilogien entwickelt haben. Optisch bleibt Garphill seiner Linie treu: Die Illustrationen stammen erneut von Mihajlo Dimitrievski alias The Mico, dessen unverwechselbarer Stil die historischen Spiele des Verlags seit vielen Jahren prägt. Wallguards bildet den Auftakt einer neuen East Empire-Trilogie rund um das Byzantinische Reich.
In Wallguards übernehmen ein bis vier Spieler die Rolle von Bürgern Konstantinopels, die sich der Verteidigung ihrer Stadt verpflichten. Wir bilden Krieger aus, bauen Kasernen, heuern Techniker an, beschaffen Belagerungsgerät und schicken unsere Truppen an verschiedene Abschnitte der Verteidigung. Auch wenn ein gemeinsamer Feind uns belagert: Wallguards bleibt ein kompetitives Eurogame, in dem jeder Spieler versucht, am Ende die meisten Siegpunkte zu sammeln.
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Bereit für die nächste Attacke? Wallguards lässt uns Truppen ausbilden, Technologien entwickeln und die Verteidigung Konstantinopels vorbereiten.
Bereit für die nächste Angriffswelle?
Beim Deckbuilding zeigt sich dann ziemlich schnell, was mit den Garphill-typischen Kunstgriffen gemeint ist. Denn ein Deck bauen wir zwar auf, eine klassische Kartenhand haben wir aber nicht. Stattdessen gelangen die Karten aus unserem Deck auf Aktionsfelder unseres Tableaus. Nutzen wir die Aktion einer Karte, schicken wir sie anschließend auf eines der vier Schlachtfelder.
Damit beginnt der Countdown bis zum nächsten Angriff. Während sich auf den Schlachtfeldern immer mehr Karten sammeln, versuchen wir, die verbleibende Zeit möglichst gut zu nutzen, unsere Truppen auszubilden und die Verteidigung vorzubereiten. Sobald auf einem Schlachtfeld mindestens fünf Karten liegen, kommt es dort zum Kampf – und wir hoffen, dass unsere versammelten Einheiten für Thomas' Angriff gewappnet sind.
Ritter, Bogenschützen, Schwertkämpfer und Pikeniere sammeln dabei Erfahrung und können sich im Laufe des Spiels weiterentwickeln. Zusätzlich bauen wir unsere Kaserne aus, nehmen Belagerungsgerät in unser Deck auf und verpflichten Techniker, mit denen sich stärkere Varianten unserer Einheiten freischalten lassen.
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Gemeinsame Verteidigung, eigener Sieg: Bis zu vier Spieler kämpfen um Siegpunkte, während Thomas' Truppen Konstantinopel belagern.
Dein Fortschritt. Mein Fortschritt.
Inspiriert von Age of Empires geben Phillips und Macdonald der Idee vom technologischen Fortschritt ebenfalls einen neuen Anstrich. Neu erschlossene Technologien erweitern die Möglichkeiten aller Spieler. Investiert ein Spieler beispielsweise in eine neue Bogenschützen-Entwicklung, steht diese anschließend auch seinen Konkurrenten zur Verfügung.
Zufall ja. Aber nein.
Den Ausgang eines Kampfes einfach dem Würfelglück zu überlassen, ist offensichtlich nichts, was zum Selbstverständnis von Garphill gehört. Man hat sich also überlegt, wie man den Zufall nicht zu sehr dem Zufall überlässt. Belagerungsgeräte bringen beispielsweise zusätzliche Würfel in die Verteidigung. Doch wie viele wir davon tatsächlich einsetzen können, hängt unter anderem vom Ausbau unserer Kaserne ab.
All das klingt zunächst nicht unbedingt nach einem Spiel mit wenig Komplexität. Für die neue East Empire-Reihe haben Phillips und Macdonald allerdings ausdrücklich angekündigt, wieder zugänglicher werden zu wollen. Die Spiele sollen einfacher zu erklären sein als einige ihrer schwergewichtigen Vorgänger, ohne dabei auf strategische Tiefe zu verzichten. Die angekündigte Spielzeit von 60 bis 90 Minuten passt zumindest zu diesem neuen Kurs bei Garphill.
Wie viel von der dramatischen Belagerung Konstantinopels am Ende tatsächlich am Spieltisch zu spüren sein wird, müssen wir abwarten. Wer die historischen Ereignisse nachspielen möchte, dürfte hier nicht das richtige Spiel finden. Thematisch können wir zumindest in die militärische Welt des Byzantinischen Reiches eintauchen – und spielerisch klingt vor allem die Mischung aus Deckbuilding, Belagerungswellen und dem technologischen Fortschritt für alle Mitspieler ziemlich spannend.
Wallguards of the East Empire soll im November 2026 auf Kickstarter starten und 2027 erscheinen. Ob es auch eine deutsche Ausgabe geben wird, ist bislang nicht bekannt.
Hier geht es zur Kickstarterseite: https://www.kickstarter.com/projects/shem/wallguards-of-the-east-empire
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Bild 1/2: Gemeinsame Verteidigung, eigener Sieg: Bis zu vier Spieler kämpfen um Siegpunkte, während Thomas' Truppen Konstantinopel belagern. -
Bild 2/2: Bereit für die nächste Attacke? Wallguards lässt uns Truppen ausbilden, Technologien entwickeln und die Verteidigung Konstantinopels vorbereiten.