SPIEL Essen 2026 – Einfach mal loslassen
Menschenmassen, Hunderte Neuheiten und viel zu wenig Zeit: Wer auf der SPIEL alles sehen will, hat schon verloren. Also lass los und lass dich treiben. Ein paar Sehenswürdigkeiten haben wir trotzdem für dich, falls du zufällig daran vorbeidriftest.
Die SPIEL Essen steht vor der Tür – und wer noch hinmöchte, sollte sich mit dem Ticketkauf nicht mehr allzu lange Zeit lassen. Der Samstag ist bereits komplett ausverkauft, und auch an den anderen Messetagen werden die Tickets langsam knapp.
Und dann sind da natürlich noch die Spiele. Hunderte Neuheiten warten darauf, entdeckt, erklärt, ausprobiert und im besten Fall auch gespielt zu werden. Wer versucht, sich vorab durch alles durchzuarbeiten und mit einem minutiösen Schlachtplan durch die Hallen zu ziehen, hat vermutlich schon Stress, bevor er überhaupt in Essen angekommen ist.
Vielleicht ist es deshalb gar nicht die schlechteste Strategie, sich einfach treiben zu lassen und den Entdeckermodus einzuschalten. Ein paar Spiele würden wir euch trotzdem gerne mit auf den Weg geben. Über Drillers und Kingdom Come: Deliverance – The Board Game haben wir bereits berichtet. Auch Core Space: Evolution hatten wir schon auf dem Schirm – inzwischen gibt es dazu aber einiges mehr zu erzählen.
Core Space: Evolution
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Bild 1/2: Evolution statt Neustart: Die neue Edition überarbeitet Core Space deutlich, bleibt aber mit vielen Figuren und Geländeteilen der bisherigen Sammlung kompatibel. -
Bild 2/2: Mitten im Gefecht: Core Space: Evolution schickt kleine Crews in dreidimensionale Sci-Fi-Szenarien, in denen neben der eigentlichen Mission auch die vom Spiel gesteuerten Gegner für Ärger sorgen.
Das Miniaturenspiel Core Space verbindet Science-Fiction-Skirmisher und Dungeon Crawler: Eine kleine Crew bewegt sich durch aufwendig aufgebautes dreidimensionales Spielgelände aus Wänden, Türen, Kisten und jeder Menge Kleinkram. Die Umgebung ist dabei nicht bloß Kulisse. Türen lassen sich öffnen oder blockieren, Kisten plündern oder verschieben und die Figuren bewegen sich tatsächlich durch die aufgebauten Raumstationen und Siedlungen. Während einer Kampagne entwickelt sich die Crew weiter, sammelt Ausrüstung und versucht vor allem, ihre Missionen lebend zu überstehen.
Mit Evolution wird dieses Grundgerüst weiterentwickelt. Dazu gehört eine verzweigte Kampagne, in der Entscheidungen den weiteren Weg der eigenen Crew beeinflussen. Auch die Rogue Purge, eine gegnerische Fraktion des Spiels, werden deutlich weiterentwickelt: Statt als unerbittliche Killermaschinen einfach Jagd auf die Spieler zu machen, verfolgen sie nun eine eigene Agenda, die im Laufe der Kampagne mit den Zielen der Crew kollidiert.
Besonders erfreulich für Besitzer des bisherigen Core Space: Alle bisherigen Miniaturen und Geländeteile bleiben nutzbar. Ein Upgrade-Pack bringt alte Charaktere sowie die First Born und ursprünglichen Purge als Gegner auf den Stand der neuen Regeln. Karten, Token, Würfel und einige andere Komponenten der ersten Edition sind dagegen an die alten Mechaniken gebunden und werden nicht übernommen.
Almighty
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Bild 1/3: Göttlich größenwahnsinnig: In Almighty treten bis zu vier Gottheiten gegeneinander an und buhlen um die Verehrung der Sterblichen. -
Bild 2/3: Jede Gottheit spielt sich anders: Mächtige Acts und individuelle Fähigkeiten bestimmen, wie Sonne, Tod, Liebe oder Sturm in das Leben der Sterblichen eingreifen. -
Bild 3/3: 1. Der göttliche Wettstreit auf dem Tisch: Die Spieler nehmen Einfluss auf die gemeinsame Welt, sammeln Glauben und versuchen, sich gegen die Konkurrenz im Pantheon durchzusetzen.
Bei Almighty von Comicillustrator und Spieleautor Malachi Ray Rempen dürfen wir endlich einmal das tun, was Brettspieler sowieso ständig machen: uns wie Götter aufführen. Bis zu vier ziemlich launische Gottheiten konkurrieren darum, von den Sterblichen verehrt zu werden. Zur Auswahl stehen die Götter der Sonne, der Toten, der Liebe und der Stürme – jeder mit eigenen Fähigkeiten und einer eigenen Art, sich in die Angelegenheiten der Menschen einzumischen. Der Sonnengott lässt etwa die Sonne über die Welt wandern, während der Gott der Toten wenig überraschend davon profitiert, wenn anderswo Sterbliche das Zeitliche segnen.
Dahinter steckt ein interaktives Area-Control-Spiel mit Handmanagement und einer ordentlichen Portion Spaß von der makaberen Sorte. Wir erschaffen Sterbliche, bewegen, segnen und verfluchen sie – oder sorgen dafür, dass sie das Spielbrett wieder verlassen –, um möglichst viel Glauben und Ruhm einzusammeln. Die Kickstarter-Kampagne lockte bereits fast 7.000 Unterstützer an. Auf der SPIEL lässt sich nun ausprobieren, ob hinter den schrägen Illustrationen auch ein göttlich gutes Spiel steckt.
Greylune
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Bild 1/2: Auf dem Weg zur Legende: In Greylune ziehen Abenteurer durch eine Fantasywelt, stellen Gefährten zusammen und brechen zu Quests auf, über die später in den Tavernen erzählt wird. -
Bild 2/2: Viele Wege zum Ruhm: Gefährten, Ausrüstung, Fähigkeiten und Quests greifen in Greylune ineinander – entscheidend ist dabei auch, wann man handelt und wann man weiterzieht.
Greylune sieht zunächst nach klassischem Eurogame aus – und hat mit William Attia, dem Autor von Caylus und Spyrium, auch jemanden hinter dem Spiel, der sich damit auskennt. Diesmal führt der Weg allerdings in eine Fantasywelt. Unsere Abenteurer wollen zur Legende werden, wofür wir Gefährten anheuern, Ausrüstung besorgen, unsere Fähigkeiten verbessern und schließlich zu Quests aufbrechen.
Die Abenteuer selbst stehen dabei weniger im Mittelpunkt als alles, was dazugehört. Wir bereiten unsere Gruppe vor, nutzen die Möglichkeiten der Stadt und kehren anschließend in die Tavernen zurück, um aus unseren Heldentaten Ruhm und Prestige zu schlagen. Spielerisch entwickelt Greylune dabei Ideen aus Spyrium weiter. Arbeiter werden zwischen verschiedenen Möglichkeiten platziert und erst zum richtigen Zeitpunkt wieder zurückgenommen. Dazu kommt ein Jahreszeitensystem, bei dem nicht alle Spieler gleichzeitig weiterziehen müssen. Viel dreht sich damit um Timing und die Frage, wann man seine Möglichkeiten nutzt und wann man weiterzieht. Greylune ist die große Essen-Neuheit des französischen Verlags Sorry We Are French und wird in Halle 6 gezeigt.
Moytura
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Götter, Helden und Monster: Moytura führt ins mythische Irland der keltisch-irischen Sagenwelt, wo die Tuatha Dé Danann um die Vorherrschaft kämpfen und sich dabei mit den Fomori und anderen übernatürlichen Gegnern auseinandersetzen müssen.
Ja, schon wieder Götter. Aber während wir in Almighty selbst in die Rolle einer Gottheit schlüpfen, stehen sie im Spiel Moytura von Trevor Benjamin und David Thompson unterstützend an unserer Seite. Das Spiel führt zwei Spieler in die Welt der keltisch-irischen Mythologie und der Tuatha Dé Danann. Als rivalisierende Anführer versuchen sie, ihren Einfluss über das mythische Irland auszubreiten und zum Hochkönig aufzusteigen. Je nachdem, welche Gottheit angerufen wird, lassen sich deren unterschiedliche Kräfte für die eigenen Ziele nutzen. Auf der anderen Seite stehen nicht nur der menschliche Konkurrent, sondern auch die Fomori und weitere Wesen der irischen Sagenwelt.
Neben dem direkten Duell bringen vom Spiel gesteuerte Gegner zusätzliche Bewegung in den Kampf um Irland. Sie breiten sich auf der Karte aus und können den Spielern bei ihrem Ringen um die verschiedenen Gebiete empfindlich in die Quere kommen. Man muss deshalb nicht nur den menschlichen Gegner, sondern auch die Entwicklung der gemeinsamen Bedrohungen im Auge behalten. Die unterschiedlichen Gottheiten erweitern dabei die eigenen Möglichkeiten und geben beiden Seiten verschiedene Wege, Einfluss auf das Geschehen zu nehmen. So entsteht ein Area-Control-Spiel, in dem man nicht nur gegeneinander spielt, ohne deshalb gleich miteinander zu spielen. Eine Partie soll rund 45 Minuten dauern, außerdem lässt sich Moytura solo oder kooperativ spielen.
Man sieht sich irgendwo zwischen Halle 1 und 8
Ob diese Spiele am Ende zu den großen Titeln der SPIEL gehören werden? Keine Ahnung. Und vielleicht entdeckt ihr in Essen ohnehin etwas ganz anderes, von dem ihr vorher noch nie gehört habt. Das ist ja schließlich ein großer Teil des Vergnügens.
Egal, ob ihr euch nun vom 22. bis 25. Oktober selbst ins Getümmel stürzt oder die Neuheiten lieber aus sicherer Entfernung verfolgt: Core Space: Evolution, Almighty, Greylune und Moytura sind vier Spiele, die man auf dem Schirm haben sollte. Und mit Drillers und Kingdom Come: Deliverance – The Board Game haben wir euch inzwischen so viele Empfehlungen mitgegeben, dass ihr beim Treibenlassen fast zwangsläufig an einer davon vorbeidriften müsst.
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