Indie-Brettspiele

Zuletzt bearbeitet: 08.07.2026 von @Tim - indie

Als Indie-Brettspiele bezeichnet man Titel, die außerhalb der etablierten Verlagsstrukturen entstehen — entwickelt und veröffentlicht von kleinen Studios, Einzelpersonen oder Kleinstteams ohne die Ressourcen und den Vertriebsapparat großer Verlage. Der Begriff ist aus der Videospielbranche entlehnt, wo er seit den 1990er Jahren für unabhängige Produktionen steht, und hat sich im Tabletop-Bereich mit dem Boom von Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Gamefound etabliert.

Indie-Brettspiele entstehen häufig aus persönlicher Leidenschaft und richten sich an Nischen, die große Verlage für zu klein halten. Das Spektrum reicht von handgefertigten Einzelstücken bis zu professionell produzierten Spielen mit aufwendigen Miniaturen und umfangreichem Spielmaterial — oft finanziert durch die Community selbst, bevor auch nur ein einziges Exemplar produziert wurde.

Bekannte Beispiele aus dem Hobbybereich sind Frosthaven (Cephalofair Games), das als Indie-Kickstarter zum bis dahin erfolgreichsten Tabletop-Crowdfunding-Projekt wurde, oder League of Dungeoneers, das von einem einzelnen schwedischen Designer vollständig in Eigenregie entwickelt und veröffentlicht wurde.

Der wichtigste Unterschied zu klassischen Verlagsproduktionen liegt im Vertriebsweg: Indie-Spiele landen selten im Fachhandel und sind meist nur direkt beim Verlag, über Crowdfunding oder spezialisierte Importeure erhältlich.