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Ameritrash

Zuletzt bearbeitet am von @Tim

Ameritrash ist ein Szene-Begriff aus der Brettspiel-Community für Spiele im amerikanischen Designstil. Der Begriff klingt abwertend, wird aber in der Hobbyspiel-Community häufig neutral oder sogar affektioniert verwendet — ähnlich wie manche Genres sich Bezeichnungen angeeignet haben, die ursprünglich als Kritik gemeint waren.

Der Begriff kam Mitte der 2000er Jahre in Online-Foren auf, als die Hobbyspiel-Community begann, den amerikanischen vom europäischen Designstil zu unterscheiden. Ursprünglich bezeichnete er vor allem massenmarktfähige Lizenzspiele mit wenig Mechanik-Tiefe — austauschbare Würfelspiele, die eine bekannte Marke auf ein einfaches Spielbrett druckten. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Bedeutung: Ameritrash bezeichnet heute vor allem Spiele, die Thema, Immersion und direkten Konflikt über mechanische Eleganz stellen.

Typische Merkmale sind starkes Thema mit ausgearbeiteter Atmosphäre, direkter Spielerkonflikt bis hin zur Spielerausscheidung, ein mittlerer bis hoher Zufallsanteil durch Würfel und Karten, asymmetrische Fraktionen oder Charaktere mit eigenen Fähigkeiten sowie aufwändige Komponenten — Miniaturen, viel Material, ikonisches Artwork. Das übergeordnete Designziel ist Drama: Spannung, Wendungen, unvergessliche Momente. Klassische Vertreter sind Twilight Imperium, Arkham Horror, Talisman und Zombicide.

Was Ameritrash nicht ist: das Eurogame. Eurogames — geprägt durch deutsche Verlage der 1990er wie Kosmos und Hans im Glück — priorisieren elegante Mechanik, indirekten Wettbewerb und minimalen Zufall. In der Praxis ist die Grenze heute fließend: Viele moderne Spiele verbinden beide Stile und werden als Hybrid bezeichnet — Scythe etwa hat die Ästhetik und Asymmetrie des Ameritrash mit der Aktionsstruktur eines Eurogames. Solche Hybride haben dazu beigetragen, dass der Begriff Ameritrash zunehmend unscharf geworden ist.

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