Zuletzt bearbeitet: 03.07.2026 von @Tim - overlord

Als Overlord-Mechanik bezeichnet man ein Spielprinzip, bei dem eine Spielerin nicht als Heldin oder Held agiert, sondern die Rolle des antagonistischen Gegenspielers übernimmt — oft als Overlord, Dungeon Master, Bösewicht oder Spielleiter bezeichnet. Während die übrigen Spielenden kooperativ zusammenarbeiten, um Missionen zu erfüllen, Schätze zu bergen oder Geheimnisse aufzudecken, steuert der Overlord die Gegner, platziert Fallen, spielt Ereigniskarten und versucht, die Gruppe zu besiegen oder aufzuhalten.

Die Rolle bringt eine grundlegend andere Spielerfahrung mit sich: Der Overlord verfügt über versteckte Informationen, die den anderen verborgen bleiben, und nutzt eigene Ressourcen — häufig Karten, Token oder Punkte — um den Druck auf die Heldengruppe zu erhöhen. Bekannte Spiele mit dieser Mechanik sind [Descent: Reise ins Dunkel]/friday-knight.com/game/51-descent-rei...) (1. und 2. Edition), Villen des Wahnsinns (1. Edition) und das Conan-Brettspiel von Monolith.

Der wesentliche Unterschied zum klassischen Spielleiter eines Pen-&-Paper-Rollenspiels liegt darin, dass der Overlord ein echtes Spielziel verfolgt und aktiv gewinnen kann. Er ist Gegner und kein neutraler Schiedsrichter. Diese Asymmetrie erzeugt eine andere Gruppendynamik als rein kooperative Spiele, da die direkte Konfrontation zwischen einer einzelnen Person und dem Rest der Gruppe im Mittelpunkt steht.