Old-School Renaissance (OSR)

Zuletzt bearbeitet: 24.07.2026 von @Tim - osr

Als Old-School Renaissance — kurz OSR — bezeichnet man eine Bewegung im Pen-&-Paper-Rollenspiel, die sich auf die Spielprinzipien der frühen Dungeons & Dragons-Editionen der 1970er und 80er Jahre besinnt. Der Begriff steht je nach Quelle für Old-School Renaissance, Revival oder Revolution — alle drei Lesarten sind gebräuchlich.

Der Kern-Gedanke ist eine bewusste Abkehr von regelintensiven modernen Systemen zugunsten leichterer, improvisationsfreundlicher Regeln. OSR-Spiele lassen absichtlich Lücken — nicht aus Nachlässigkeit, sondern um Spielleiterinnen und Spieler zur Eigeninterpretation einzuladen, statt alles vorauszuregeln. Typische Merkmale sind schnelle Charaktergenerierung per Würfeltabelle, häufiger Charaktertod ohne dramatisches Gewicht, Erkundung und Ressourcenmanagement als Kernspannung sowie ein Fokus auf Improvisation am Tisch statt Regelkonsistenz.

Die Bewegung entstand Mitte der 2000er Jahre, als Fans älterer Editionen begannen, diese unter der Open Game License neu zu veröffentlichen. Seitdem hat sich daraus eine produktive Indie-Szene entwickelt, die weit über bloße Retroklone hinausgeht. Titel wie Mörk Borg oder Into the Odd werden als „OSR-adjacent" bezeichnet — sie teilen die Philosophie des schlankeren, gefährlicheren Spiels, brechen aber ästhetisch und thematisch radikal mit dem Nostalgie-Look klassischer OSR-Produkte.