Games Workshop: Neue Edition, neue Modelle, neue Fragen
Einmal im Jahr nutzt Games Workshop die AdeptiCon als Bühne für seine größten Ankündigungen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag lief die Preview Show live aus Milwaukee – und das Programm war entsprechend voll.
Warhammer 40.000 – Die Elfte
Das war das offizielle Ende des Gerüchts, das seit Monaten durch die Community geisterte: Warhammer 40.000 11th Edition ist bestätigt, Erscheinungstermin Sommer 2026. Das Starter-Set ist thematisch auf Armageddon ausgerichtet – Blood Angels gegen die Ork-Horden. Gute Neuigkeit: Alle bestehenden Codices der 10. Edition bleiben in der neuen Edition gültig. Also kein Neustart per Index, keine sofortige Obsoleszenz der eigenen Bücher – ein Schritt, der die Community sichtlich erleichtert haben dürfte.
Inhaltlich orientiert sich die neue Edition an einer Brücke zwischen Matched Play und Narrativem Spiel. Konkret bedeutet das:
Missionen und Detachments greifen künftig stärker ineinander. Welche Missionen gespielt werden können, hängt vom Armeetyp ab – eine Armee, die auf Geländehalten ausgelegt ist, wird entsprechend belohnt, eine auf Vernichtung ausgelegte Armee ebenso. 70 neue Detachments sollen das Spektrum massiv erweitern.
Objectives neu gedacht. Die runden Marker verschwinden. Stattdessen kämpft man um Terrain – Einheiten stürmen Barrikaden und Befestigungen, um Schlüsselpositionen zu sichern. Das klingt nach immersiveren Spielgefühl, aber auch nach der Gelegenheit mit offiziellen Missions-Modellen ein paar Extra-Euro zu verdienen.
Deckung und Kampfphase. Cover greift jetzt in die Hit Rolls ein, nicht mehr in die Saves. Einheiten lassen sich grundsätzlich leichter in Deckung bringen. Die Kampfphase wurde gestrafft: flexiblere Zielauswahl beim Charge, überarbeitete Aktivierungsreihenfolge, schnelleres Schadenswürfeln.
Die Warhammer 40K-App soll deutlich verbessert (das ist streng genommen nicht wirklich schwer ;) und auch endlich eine Unterstützung für die deutsche Sprache bekommen.
Nicht alles wurde gezeigt – GW hat bewusst Raum für künftige Überraschungen gelassen. Auch die genaue Zusammensetzung der Starter-Box bleibt vorerst geheim.
Armageddon brennt: Yarrick, Wazdakka und die Steel Legion
Parallel zur Edition läuft eine große Armageddon-Kampagne an, und hier gab es reichlich Miniaturenfutter. Commissar Yarrick kehrt zurück – mit einer neuen Miniatur und einem vollvertonten Buch. Auf der anderen Seite des Schlachtfelds steht Wazdakka Gutsmek, der seit Jahren ersehnte Ork-Charakterreiter, der endlich sein längst überfälliges Modell bekommt.
Dazu kommen neue Fahrzeuge: der Centaur RSV und der Hippogriff AFV – beide klingen nach praktischen Ergänzungen für die Armeen und dürften auch einige historical Wargamer begeistern.
Das langfristig Interessantere ist allerdings das, was noch nicht kommt: GW zeigte Konzeptkunst für die Armageddon Steel Legion – überarbeitete Designs und – kleines, aber aufmerksam registriertes Detail – kürzere Lasguns, damit die Soldaten endlich in Chimeras passen. Bis zu fertigen Miniaturen dauert es noch etwa zwei Jahre. Konzeptkunst auf der Hauptbühne zu zeigen ist ein grober Ausblick, aber, wir wissen, kein Versprechen.
Kill Team – Nemesis Operatives: Monster auf dem Schlachtfeld
Kill Team bekommt mit Nemesis Operatives eine Erweiterung, die das Format in eine neue Richtung schiebt. Das neue Kill Team-Set stellt den Red Terror vor – ein Tyraniden-Ungetüm, das Elite-Cadians auf dem Planeten Devlan jagt. Mechanisch öffnet das Konzept der „Nemesis Operatives" die Tür für größere Kreaturen, Kriegsmaschinen und Boss-Momente innerhalb des Skirmish-Formats.
Ein Schmankerl für Fans/Besitzer von Warhammer Quest: Blackstone Fortress ist hier etwas dabei: Der Ambull und der Zoat – bekannt als „The Archivist" – erscheinen als eigenständige Releases mit eigenen Missionspacks.
Age of Sigmar – Stadt in Flammen
Auf der Fantasy-Seite war City of Ash die zentrale Ankündigung: ein in sich geschlossenes Spearhead-Set, das zwei vollständige Armeen, ein doppelseitiges Stadtboard, Terrain und ein Missionspaket enthält. Auf der einen Seite stehen die Clans Eshin – die bisher im aktuellen AoS-Regelwerk unterrepräsentierten Skaven-Attentäter mit Gutter Runners, Night Runners und dem Deathmaster Crixxit. Auf der anderen Seite kämpfen die Cities of Sigmar, verstärkt durch massive Cogfort-Kriegsmaschinen in zwei Varianten: die Cannonade mit Godbreaker-Kanone und die Conqueror mit Realmscorcher-Flammenkanone – beides Truppentransporter, die auf dem Schlachtfeld dominieren wollen.
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Außerdem dabei: Horus Heresy, Underworlds und Mittelerde
Die übrigen Spielsysteme kamen kürzer, aber nicht leer weg. Für die Horus Heresy werden der Spartan Prometheus, Charonite Ogryns und mehrere neue Rapier-Waffenplattformen in Plastik umgesetzt – begleitet vom Supplement Journal Tactica: The Battle of Tallarn – Part 1. Warhammer Underworlds bekommt mit Thyrielle's Zephyrites eine neue Lumineth-Warband, deren zentraler Mechanismus ein Fuchs-Geist namens Tzul als Token auf dem Spielfeld ist – eine ungewöhnliche, positionsorientierte Idee. Und für das Middle-earth Strategy Battle Game gibt es ein überarbeitetes Riders-of-Rohan-Kit mit flexibleren Reiter-Pferd-Kombinationen, neue Kommandeure sowie das Kampagnenbuch The Burning of the Westfold – elf verknüpfte Szenarien von den Furten des Isen bis zur Pelennor.
Warten auf den Sommer
Die Show hat viel gezeigt und vieles offen gelassen. Gerade rund um die 11. Edition bleiben Fragen: Wie genau funktionieren die neuen Detachments? Was steckt wirklich in der Starter-Box? Und warum lebt Kommisar Yarrick – und was haben die Space Wolves damit zu tun?
Die Reaktionen in der Community sind entsprechend gemischt. Die Ungeduldigen, die auf konkrete Regeldetails gehofft hatten, werden mit Ausblicken und Versprechen auf die Probe gestellt. Wer nur einfach wissen wollte, ob eine neue Edition kommt und in welche Richtung sie geht, hat zumindest das bekommen.
Ob die Änderungen das Spiel tatsächlich verbessern, lässt sich natürlich erst sagen, wenn es auf dem Tisch liegt. Bis dahin bleibt die AdeptiCon 2026 das, was solche Preview-Shows meistens sind: ein Ausblick mit Spielraum für Interpretation. Im Juni werden wir mehr wissen.
»» Hier geht zum Stream der Ankündigungsshowhttps://www.twitch.tv/videos/2731850220