Zu spät zur Nemesis: Retaliation Party
Kennt ihr das? Ihr denkt, ihr habt eigentlich einen ganz wachsamen Brettspiel-Radar und bekommt die wichtigsten Trends mit. Und dann stellt ihr fest, dass ihr eines der heißesten Themen komplett verpennt habt – und über ein halbes Jahr zu spät zur Party seid?
So geht es mir mit Nemesis: Retaliation, dem dritten Teil der Nemesis-Reihe von Adam Kwapinski, der bei Awaken Realms erscheint. Ich stehe am Bahnhof und winke dem Kickstarter-Zug hinterher - mit Tränchen in den Augen. Ein klarer Fall von ROHMO – Realisation of Having Missed Out.
Ich gebe zu: Den ersten Teil der Serie habe ich leider kaum gespielt. Nicht, weil das Spiel schlecht wäre – sondern, wie so oft, weil mir schlicht die passenden Mitspieler gefehlt haben.
Trotzdem: Die Alien-Thematik wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben. Alien II ist mit hoher Sicherheit der meistgesehene Film meines Lebens.
Und – oh man – mit Nemesis: Retaliation schlägt Awaken Realms genau in diese Kerbe. Eine Gruppe hochspezialisierter Marines dringt in eine von Aliens verseuchte planetare Basisstation ein, um den Xenos endgültig den Garaus zu machen. Die anfängliche Ruhe ist natürlich trügerisch: Die routinierten Marines haben die Mission unter Kontrolle – bis alles aus dem Ruder gerät.
Wie schon bei den zwei Vorgängerspielen verfolgen die Spieler eigene, geheime Missionen (Pssst! Der Konzern benötigt unbedingt ein Exemplar dieser faszinierenden Spezies) – und diese Ziele decken sich nicht mit dem vordergründigen Auftrag des Trupps. Ab hier beginnt der eigentliche Spaß: Paranoia, Misstrauen und sehr menschliche Entscheidungen unter maximalem Druck.
Eigentlich reicht mir das schon, um das Spiel unbedingt haben zu müssen.
Aber – oh man – Nemesis: Retaliation sieht auch noch unfassbar gut aus. Das Spielfeld besteht aus puzzleartigen Modulen, die nach und nach angelegt werden, während die Spieler die Station erkunden. Alle Komponenten wirken hochwertig und hervorragend illustriert.
Die Miniaturen der außerirdischen Primebloods und Marines sind ebenfalls sensationell detailliert modelliert. Schaut euch nur einmal die Neoflesh-Cult-Figuren an. Allein dafür tiefer in die Tasche zu greifen, ist fast schon Pflicht. Noch einmal ärgerlicher, dass ich den Kickstarter verpasst habe.
Das Basisspiel wird im Handel voraussichtlich rund 179 € kosten, die verschiedenen Erweiterungen liegen je nach Umfang zwischen 35 € und 100 €. Dafür bekommt man allerdings auch eine Menge Spielmaterial – und das sogar auf Deutsch.
Bleibt also nur zu hoffen, dass nach der Auslieferung vielleicht jemand sein Kickstarter-Paket bei Kleinanzeigen anbietet. Meldet euch gern bei mir. 😉
Nemesis: Retaliation soll ab etwa April 2026 im deutschen Handel erhältlich sein.